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|  | | Lalique, René Jules |
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| (*) 1860, Ay, Marne |
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(x)1945, Paris |
 | | René Lalique begann seine Lehre bei Louis Aucoc, einem des wichtigsten Pariser Gold und Silberschmiede seiner Zeit. Gleichzeitig besuchte er die Ecole Nationale des Art Décoratifs in Paris. Später ergänzte er seine Ausbildung durch ein Studium am Sydenham College, England wo er zwei Jahre war. Nach seiner Rückkehr belieferte er die wichtigsten Pariser Goldschmiede mit Schmuckentwürfen. 1886 eröffnete Lalique seine eigene Goldschmiede und schon ein Jahr später präsentierte er seine Arbeiten auf der Pariser Weltausstellung. Vielmehr von der Gesamtkonzeption des Schmuckstückes als Kunstwerk begeistert, als von der puren Kostbarkeit der verwendeten Materialien, wie viele seiner Vorgänger, begann Lalique farbige Glaspaste und Emaille bei der Herstellung seiner Schmuckstücke zu verwenden. 1895 präsentierte er diese Objekte auf der Pariser Salonausstellung. Durch seine Freundschaft zu dem Händler S.Bing, der Laliques Schmuckstücke in der Maison Moderne ausstellte und durch die Präsenz einer Kundin, nämlich durch Sarah Bernhardt, die sich besonders attraktive Stücke von Ihm arbeiten ließ, gelang er schnell zu internationalem Ruhm. 1897 erwarb er die Mitgliedschaft der Société des Artistes Francais. Zur Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 erreichte er als Golschmied seinen Zenit, zu seinen Kunden gehörten Grossindustrielle, Adelige, Künstler etc. die bereits begannen aus Laliques Goldschmiedearbeiten Sammlungen aufzubauen. Seine Erfahrung mit Glas und Emaille, sowie seine bildhauerischen Fähigkeiten bewirkten, dass Lalique 1902 zusammen mit vier Glasmachern in Clairefontaine die ersten Gläser, in Form von flachen Reliefs für Türen, Schränke, Holzkisten etc. in Wachsmodeln herstellte. Gläser die in diesem Verfahren hergestellt wurden nennen sich Cire-perdue, da die Wachsform nach einmaligem Gebrauch nicht mehr widerbenutzbar war. Diese Technik wurde später auch auf Gebrauchsglas angewendet und die Cire-perdus sind die kostbarsten und gesuchtesten Gläser Laliques. 1906 entstanden seine ersten Entwürfe für Parfum Flakons der Firma Coty, weitere Firmen folgten: Worth, Fovril, Roger & Gallet, Houbigant, D´Orsay, Jay Thorpe etc. 1908 erwarb Lalique seine eigenen Glashütte in Combs, Seine et Marne, hier wurde nun künstlerisches Gebrauchsglas in Serien hergestellt das in Stahlmodeln gearbeitet wurde. Anschließend wurde das Glas veredelt und teils emailliert, satiniert, graviert. Bereits 1912 fand die erste Ausstellung mit René Laliques Glas statt. Lalique gab seine Arbeit als Goldschmied nun völlig auf und nach dem ersten Weltkrieg errichtete er in Wingen-sur-Moder, eine zweite größere Glashütte. Hier wurde die Technik in Modeln Pressglas mit Reliefdekor herzustellen noch erweitert und verbessert. So konnte auf der Salonausstellung 1923 eine riesige Palette von Gebrauchsglas gezeigt werden , das von Lampen bis zu Badezimmergarnituren, von Tafelservicen bis zum gläsernen Automobilmaskottchen, vom Glastisch bis zum Brunnen reichte. Bei den Dekoren ging es vom floralen Jugendstil bis hin zum strengen Art Deco. Neben vorwiegend klarem Glas schuf Lalique, der sich auf Grund seiner Herkunft als Goldschmied besonders für die chemische Struktur des Glases interessierte auch eine völlig neue Farbigkeit des Glases. Er war der erste dem es gelang wirklich schwarzes Glas zu entwickeln, sein electrique bleu ist berühmt, seine Glasfarben waren von einer bis dahin nicht erreichten Gleichmäßigkeit und Leuchtkraft. Auch schuf er opalines Glas, das je nach Lichteinfall von feurig rot-orange bis hin zu einem sanften hellblau changiert und das Oberflächenrelief besonders gut zur Geltung bringt, da der Lichteffekt durch die Wandungsdicke bestimmt wird. Handelt es sich bei einem solchen opalinen Gefäß zusätzlich noch um ein Behältnis das Wasser aufnimmt, so wird der Effekt durch das Wasser erneut verstärkt. Auch diese farbigen Arbeiten gehören zu den von Sammlern gesuchten und kostbaren. Überwältigend war der Triumph Laliques auf der Internationalen Kunstgewerbeausstellung 1925 in Paris und in den 20 Jahren stattete er beispielsweise gleich drei grosse Transatlantikdampfer komplett mit Glas aus, schuf Lüster für öffentliche Pariser Gebäude, riesige gläserne Springbrunnen etc. 1937 wurde die Hütte in Combs geschlossen da die neue Hütte in Wingen-sur-Moder effizienter produzierte. 1945 starb René Lalique. Die Firma existiert noch heute in der dritten Generation. |
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